Das Trapez ist ein Ausrüstungsteil, über das nicht viel gesprochen wird – aber ohne es würden Sie auf dem Wasser etwa zwei Minuten durchhalten. Die gesamte Zugkraft des Kites wird über das Trapez auf Ihren Körper übertragen, sodass Sie mit den Armen steuern, aber nicht ziehen. Es ist wie der Sitz im Auto – Sie schenken ihm keine Beachtung, bis Sie den ganzen Tag darin sitzen.
Im Kurs bekommen Sie ein Trapez und müssen sich um nichts kümmern. Aber wenn Sie über den Kauf eines eigenen nachdenken, hier ist die Übersicht.
Zwei Haupttypen
Hüfttrapez (Waist Harness)
Der verbreitetste Typ. Es umschließt die Hüfte und den unteren Rücken. Es gibt große Bewegungsfreiheit – Sie können sich frei drehen, den Rumpf bewegen und die Position ändern.
Vorteile:
- Mehr Mobilität
- Komfortabler für Freestyle und dynamisches Fahren
- Die meisten Kitesurfer bevorzugen es
Nachteile:
- Kann nach oben rutschen (besonders bei Anfängern, die den Kite hoch haben und der Zug nach oben geht)
- Weniger Rückenunterstützung
Sitztrapez (Seat Harness)
Hat zusätzlich Gurte um die Oberschenkel. Sitzt fest und rutscht nicht hoch. Der Zug wird tiefer verteilt, was den Rücken weniger belastet.
Vorteile:
- Rutscht nicht hoch
- Bessere Rückenunterstützung
- Für manche Anfänger komfortabler
Nachteile:
- Weniger Bewegungsfreiheit
- Kann bei heißem Wetter warm werden (zusätzliches Material um die Oberschenkel)
- Weniger „cool“ (aber das sollte kein Kriterium sein)
Was ich Anfängern empfehle
Die meisten unserer Schüler fahren im Kurs mit einem Hüfttrapez und kommen gut damit zurecht. Wenn Ihnen aber der Kite nach oben rutscht und Sie Druck auf die Rippen spüren, löst ein Sitztrapez das Problem.
Die Wahrheit ist: Am Anfang ist es egal, welchen Typ Sie haben – wichtig ist, dass es passt. Eine falsch gewählte Größe oder Einstellung ist schlimmer als der „falsche“ Trapez-Typ.
Wie Sie die Größe wählen
Das Trapez muss fest sitzen, aber darf nicht einschnüren. Ein paar Regeln:
- Messen: Messen Sie den Taillenumfang an der Stelle, wo das Trapez sitzt (leicht unter dem Bauchnabel). Vergleichen Sie mit der Herstellertabelle.
- Einstellung: Wenn Sie an Land stehen, sollte das Trapez eng, aber bequem sein. Auf dem Wasser dehnt es sich etwas (nasser Neoprenanzug rutscht).
- Haken: Sollte ungefähr auf Bauchnabelhöhe sein. Zu hoch = rutscht hoch. Zu tief = zieht Sie nach unten.
- Ausprobieren: Wenn möglich, testen Sie das Trapez unter Zug – sei es an der Bar am Strand oder auf dem Wasser. An Land kann es anders sitzen als unter Belastung.
Was kostet ein eigenes Trapez
Orientierungsmäßig 150–350 € je nach Marke und Modell. Premium-Trapeze von Mystic, Ride Engine oder ION liegen bei 200–350 €. Sie bekommen bessere Materialien, bessere Zugverteilung und mehr Komfort für lange Sessions.
Aber nochmals – kaufen Sie erst nach dem Kurs, wenn Sie wissen, was Ihnen passt. Und als Kursabsolvent bei uns erhalten Sie 15 % Rabatt auf Equipment in unserem Shop.
Was wir an der Station haben
Bei Kitepower El Gouna haben wir Trapeze in allen Größen – von Kindergrößen bis XXL. Hüft- und Sitztrapeze. Im Kurs geben wir Ihnen das passende, und wenn Sie während der Stunde feststellen, dass es nicht sitzt, tauschen wir es.
Im Verleih können Sie ein Trapez zum Equipment dazuleihen. Die meisten Stammkunden haben aber ihr eigenes – es ist eine der wenigen Sachen, bei denen sich ein eigenes lohnt, weil Komfort persönlich ist.
Pflege
Wenn Sie ein eigenes kaufen:
- Nach jeder Session mit Süßwasser abspülen. Salz zerstört Material und Beschläge.
- Im Schatten trocknen, nicht in der prallen Sonne.
- Haken und Sicherheitssystem kontrollieren – dürfen nicht abgenutzt sein.
- Nicht auf den Haken setzen – er verformt sich.
Zusammenfassung
- Hüfttrapez = die meisten Kitesurfer, mehr Freiheit
- Sitztrapez = rutscht nicht hoch, mehr Rückenunterstützung
- Im Kurs bekommen Sie ein Trapez, müssen sich um nichts kümmern
- Kaufen Sie erst nach dem Kurs, wenn Sie wissen, was Sie brauchen
- Die richtige Größe ist wichtiger als der Typ
Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns.
Lukáš Vogeltanz Kitepower El Gouna