Kitesurfing-Equipment erklärt für Anfänger

Wenn Sie Kitesurfern auf dem Wasser zusehen, sehen Sie den Kite oben, das Board unten und einen Menschen dazwischen. Aber was genau brauchen Sie? Was ist diese „Bar“? Warum sind Kites unterschiedlich groß? Und vor allem – müssen Sie etwas kaufen, bevor Sie anfangen?

Zur letzten Frage gleich: Nein. Für den Kurs brauchen Sie absolut nichts Eigenes. Wir haben alles und es ist im Preis inbegriffen. Aber es ist gut zu wissen, womit Sie arbeiten werden. Also los.

Kite

Der Kite ist das bunte Flügelelement, das über dem Kopf fliegt und Sie über das Wasser zieht. Er ist das Herzstück des Sports – ohne ihn bewegen Sie sich nicht.

Kites unterscheiden sich in zwei wesentlichen Dingen: Typ und Größe.

Kite-Typ:

  • Tube-Kites (LEI) – haben aufblasbare Schläuche, die die Form halten. Wenn sie ins Wasser fallen, lassen sie sich leicht wieder starten (Relaunch). Beispiele aus unserer Flotte: Flysurfer Stoke, ERA, Indie.
  • Foil-Kites (Ram-Air) – haben keine aufblasbaren Schläuche, funktionieren ähnlich wie ein Fallschirm. Leichter, packen sich kleiner, haben einen breiteren Windbereich. Beispiele: Flysurfer Soul, Sonic.
  • Hybrid – eine Kombination aus beiden. Wird durch den Wind aufgeblasen, nicht mit einer Pumpe. Beispiel: Flysurfer Hybrid.

Einen detaillierten Vergleich finden Sie im Artikel Foil-Kite vs. Tube-Kite – was ist der Unterschied?.

Kite-Größe: Wird in Quadratmetern (m²) gemessen. Je größer der Kite, desto mehr Zugkraft erzeugt er. Leichterer Fahrer oder stärkerer Wind = kleinerer Kite. Schwererer Fahrer oder schwächerer Wind = größerer Kite. In unserem Verleih haben wir Kites von 2,5 m² (starker Wind, Foiling) bis 21 m² (leichter Wind). Das bedeutet, dass wir für jeden den genau richtigen finden.

Im Kurs müssen Sie sich um die Größenwahl nicht kümmern – der Instruktor wählt den Kite nach Ihrem Gewicht und dem aktuellen Wind.

Bar und Leinen

Die Bar ist die Stange, an der Sie den Kite halten. Von der Unterseite der Bar führen 4 Leinen (manchmal 5) nach oben zum Kite. Die Leinenlänge beträgt typischerweise 20–25 Meter.

Mit der Bar steuern Sie den Kite – durch Ziehen einer Seite drehen Sie, durch Anziehen/Loslassen der Bar ändern Sie die Zugkraft. Teil der Bar ist das Sicherheitssystem – wenn Sie die Bar loslassen, verliert der Kite den Zug. Und wenn Sie den Safety-Auslöser betätigen, trennt sich der Kite komplett. Sicherheit ist im Design eingebaut.

Im Kurs zeigt Ihnen der Instruktor genau, wie die Bar funktioniert. Das ist eines der ersten Dinge, die Sie lernen – noch am Strand, bevor Sie ins Wasser gehen.

Board (Brett)

Am Anfang werden Sie ein Twin-Tip verwenden – ein symmetrisches Board, das in beide Richtungen funktioniert. Sie müssen es nicht drehen, fahren einfach nach rechts oder links. Es ist der Standard für 90 % der Kitesurfer.

Die Board-Größe hängt vom Fahrergewicht und Niveau ab. Anfänger bekommen ein größeres Board – es ist stabiler und man steht leichter darauf. Fortgeschrittene wechseln auf kleinere und schnellere Boards.

Es gibt auch andere Board-Typen:

  • Directional – Surfbretter für Wellen
  • Foil-Boards – kleinere Boards mit Hydrofoil zum Fliegen über der Oberfläche

Aber das ist ein Thema für Fortgeschrittene. Am Anfang ist das Twin-Tip Ihr bester Freund.

Trapez (Harness)

Das Trapez ist ein Gurt um die Hüfte (oder den Sitz), an dem die Bar eingehängt wird. Ohne Trapez müssten Sie die gesamte Zugkraft des Kites mit den Armen halten – und das würden Sie etwa zwei Minuten durchhalten.

Zwei Typen:

  • Hüfttrapez (Waist Harness) – um die Hüfte. Die meisten Kitesurfer verwenden es. Mehr Bewegungsfreiheit.
  • Sitztrapez (Seat Harness) – um Hüfte und Oberschenkel. Rutscht nicht hoch, bessere Rückenunterstützung. Wird manchmal für Anfänger empfohlen.

Im Kurs geben wir Ihnen ein Trapez, das passt. Wir haben verschiedene Größen und Typen, einschließlich Kindergrößen. Mehr zu Trapezen im Artikel Trapez für Kitesurfen – wie Sie das richtige wählen.

Was noch

Neoprenanzug oder Lycra: Hängt von der Saison ab. Im Sommer (April–September) reichen Boardshorts oder Lycra. Im Winter (Dezember–Februar) ein langer Neoprenanzug. Alles haben wir zum Ausleihen. Einen detaillierten Überblick finden Sie im Artikel Neoprenanzug oder Lycra?.

Wasserschuhe: Empfehlenswert. Am Strand gibt es gelegentlich Muscheln und in der Ferne ist das Korallenriff. Neoprenschuhe schützen die Füße und können bei uns geliehen werden.

Helm und Weste: Im Kurs Pflicht. Im Preis enthalten.

Sonnenbrille mit Band: Optional, aber auf dem Wasser willkommen. Die Reflexion der Wasseroberfläche ist intensiv.

Was Sie im Kurs bekommen

Zur Klarstellung – der Basic I Kurs (8 Stunden, 465 € Semi-Private / 695 € Private) beinhaltet das komplette Equipment:

  • Kite in der richtigen Größe
  • Bar und Leinen
  • Board
  • Trapez
  • Helm und Weste
  • Walkie-Talkie für die Kommunikation mit dem Instruktor
  • IKO-Zertifizierung nach Abschluss

Sie müssen nichts kaufen, nichts mitbringen. Sie kommen in Badekleidung (oder Neoprenanzug, je nach Saison) und alles andere ist vorbereitet.

Und nach dem Kurs?

Nach dem Kurs haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Verleih. Mit der IKO-Zertifizierung können Sie Equipment ausleihen und selbstständig fahren. Der Kitepass kostet 10 €/Tag, das Equipment wird nach den aktuellen Bedingungen ausgewählt. Wir haben über 250 Kites und 70+ Boards – Sie wählen aus unserer gesamten Flotte.
  1. Eigenes Equipment. Wenn Sie sich entscheiden, in eigenes Gear zu investieren, erhalten Sie als Kursabsolvent 15 % Rabatt in unserem Shop. Aber kaufen Sie nichts vor dem Kurs und ohne Beratung mit dem Instruktor. Jeder braucht etwas anderes und falsch gewähltes Equipment verdirbt die Freude am Fahren.

Der Vorteil des Verleihs ist, dass Sie Zugang zu allen Größen haben. Wenn Sie einen 12 m² Kite besitzen und es auf 9 m² weht, haben Sie Pech. Bei uns nehmen Sie die Neuner und fahren.

Was das alles kostet (wenn Sie eigenes kaufen)

Orientierungspreise für neues Equipment:

  • Kite + Bar: ca. 1.200–2.000 €
  • Board: ca. 400–800 €
  • Trapez: ca. 150–300 €
  • Neoprenanzug: ca. 100–300 €

Insgesamt also irgendwo um 2.000–3.500 € für ein komplettes Set. Deshalb fangen viele Leute im Verleih an und kaufen eigenes Equipment erst, wenn sie genau wissen, was sie wollen.

Zusammenfassung

Für den Kurs brauchen Sie nichts. Wir haben alles. Nach dem Kurs können Sie leihen oder kaufen – aber lernen Sie erst fahren und kümmern Sie sich dann ums Gear. Es ist wie beim Skifahren: Niemand kauft Skier vor der ersten Lektion.

Haben Sie Fragen zum Equipment? Schreiben Sie uns über Kontakt – wir beraten Sie.

Lukáš Vogeltanz Kitepower El Gouna

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