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Luftaufnahme der Kitepower-Lagune in El Gouna mit Kites über dem ersten rund 800 m langen Schulungsbereich und den tieferen Zonen

El Gouna

Windbedingungen in El Gouna – einfach erklärt

Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 4 Min. Lesezeit

Über 300 historisch erfasste Windtage, vorherrschende Richtung aus Nord bis Nordwest und thermischer Effekt – mit klarer Abgrenzung zwischen Statistik und Live-Session.

Eine der ersten Fragen vor einer Reise lautet: „Wie oft weht es wirklich?“ Unsere Wetterstation erfasst historisch über 300 Windtage im Jahr. Das ist eine Statistik aus vielen Jahren – und keine Aussage über die eine Woche, die du gerade buchst.

Eine nackte Tageszahl sagt dir außerdem wenig, solange du nicht weißt, ab wie viel Knoten überhaupt gezählt wird, aus welcher Richtung es weht und wie böig es ist. Schauen wir uns also an, was über das Jahr wirklich passiert.

Woher der Wind weht

In El Gouna weht der Wind überwiegend aus Norden bis Nordwesten. An unserer Lagune hat diese Richtung häufig eine Cross-onshore-Komponente zum Ufer. Winkel und Stärke schwanken trotzdem, deshalb schauen wir vor jeder Session auf die aktuellen Messwerte. Und eine freundliche Windrichtung ersetzt kein Self-Rescue.

Gegenüber Spots mit ablandigem Wind ist das ein echter Vorteil: Treibt dich etwas ab, treibt es dich Richtung Ufer und nicht aufs offene Meer. Unser Rescue ist während der Öffnungszeiten verfügbar – ein Boot steht dabei nicht permanent auf dem Wasser, und ein Versprechen, dass es in einer bestimmten Zeit bei dir ist, kann dir keine Schule geben.

Thermischer Wind – der Hauptantrieb

Das Wort „thermisch“ klingt kompliziert, aber das Prinzip ist einfach. Die Wüste rund um El Gouna heizt sich tagsüber enorm auf. Sand, Felsen – alles absorbiert die Sonnenwärme und erwärmt die Luft darüber. Warme Luft ist leichter als kalte, also steigt sie auf.

Und was passiert, wenn die Luft über der Wüste aufsteigt? Irgendwoher muss Ersatzluft kommen. Und die kommt vom Meer. Kühlere, feuchtere Luft vom Roten Meer strömt landeinwärts, um den Druckunterschied auszugleichen. Diese Luftströmung ist der thermische Wind.

In El Gouna funktioniert das besonders gut, weil wir im Osten das Meer und im Westen die Wüste haben. Heizt sich die Wüste auf, kommt die Luft vom Meer in Bewegung – und wir bekommen Wind.

Für einen tieferen Blick darauf, wie sich der thermische Effekt über den Tag aufbaut und wann er einsetzt, schau dir unseren Guide zum besten Zeitpunkt zum Kiten in El Gouna an.

Monat für Monat – was dich erwartet

Hier die Übersicht aus unseren eigenen Stationsdaten. Alles darin ist historisches Muster – für deine konkreten Tage zählt am Ende die Live-Messung, nicht der Monatsname.

Januar – Februar

Die kühlsten Monate, mit stark schwankenden Windwerten. Luft und Wasser sind frisch, der Windchill macht den Rest: Hier fährst du im langen Neoprenanzug, den wir dir stellen. Dafür ist der Spot spürbar leerer als im Herbst.

März

Übergangsmonat. Die Temperaturen ziehen an, der thermische Effekt kommt zurück, und die Winddaten liegen irgendwo zwischen Winter und Frühling. Ein Monat, in dem sich der Blick auf die Live-Werte besonders lohnt.

April – Juni

In unseren Daten gehören April bis Juni zu den Fenstern mit den höchsten Anteilen fahrbarer Tage, bei angenehm steigenden Temperaturen. Über Ostern wird es voll – wenn du in dieser Woche kommen willst, buche früh. Kappe, Sonnencreme und genug Trinken gehören ab hier fest dazu.

Juli

Heiß, und mit mehr leichten Windphasen als im Frühjahr. Für Wingfoilen sind genau diese Phasen oft brauchbar – vorausgesetzt, Setup und Rider passen dazu. Eine Mindestwindzahl, die für alle gilt, gibt es nicht: Gewicht, Wingfläche und Pumptechnik verschieben die Schwelle deutlich.

August – Oktober

Im Stationsdatensatz die stärksten Monate: viele fahrbare Tage, warmes Wasser – und die höchste Nachfrage des Jahres. Ab Mitte August legt der Wind in unseren Daten deutlich zu; ein fixes Datum, ab dem er garantiert umschaltet, ist das trotzdem nicht, und eine Windserie über deine Woche folgt daraus auch nicht. Auf dem Wasser wird es voller, entsprechend genauer schaut das Team auf Zonen und Abstände.

November

Ruhiger als Oktober, kühler, mit anderen Windwerten. Für die meisten reicht in diesen Wochen ein kurzer Neoprenanzug.

Dezember

Kühler, mit einem deutlichen Nachfrage-Peak über Weihnachten und Silvester. Ein kurzer Neoprenanzug reicht meistens noch; welche Stärke für deine Tage sinnvoll ist, klären wir vor Ort.

Windguru und Webcam

Modell und Realität gehen hier regelmäßig auseinander – thermische und lokale Effekte bekommt kein globales Raster sauber hin. Deshalb legen wir die Vorhersage immer neben die Werte unserer eigenen Wetterstation. Und selbst einen Live-Wert lesen wir nie allein, sondern zusammen mit Böigkeit, Richtung, Wasserstand und deinem Level.

Auf unserer Spot-Seite findest du eine Live-Webcam und einen direkten Windguru-Link für El Gouna. So kannst du dir in Echtzeit selbst ein Bild machen.

Wann Wind statistisch am wahrscheinlichsten ist

Wind an einem bestimmten Datum kann dir niemand garantieren – das ist Natur, kein Fahrplan. Nach den Stationsdaten sind April bis Juni und September bis November die stärksten Planungsfenster.

Auch außerhalb davon gibt es reichlich fahrbare Tage; windarme Phasen sind dort nur schlechter vorherzusagen. Was du an so einem Tag stattdessen machst, steht in unserer Übersicht zu Aktivitäten in El Gouna – öffnungszeiten- und wetterabhängig, wie überall.

Was das für deinen Urlaub bedeutet

Planst du einen Kite-Urlaub und überlegst, wann du kommen sollst, hier mein einfacher Rat:

  • Du willst das statistisch stärkste Windfenster und störst dich nicht an vollem Wasser? Nimm Oktober.
  • Du willst deine Ruhe am Spot? Schau dir Januar, Februar oder Juli an – weniger Leute, dafür mehr Streuung beim Wind.
  • Du willst den besten Kompromiss aus Wärme, Wind und Andrang? Mai, Juni und November sind meine Tipps.

Und egal, wann du kommst – wir haben Kurse, einen Verleih und ein Team, das dir hilft, das Beste aus den Bedingungen herauszuholen.

Wir sehen uns auf dem Wasser.

Lukáš Vogeltanz Kitepower El Gouna

Lukáš Vogeltanz

IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.

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4,8 · 549 Bewertungen Älteste, seit 2004 8 Sprachen am Strand