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Anfänger-Kitesurfstunde im ersten rund 800 m langen Schulungsbereich von Kitepower El Gouna, Instruktor coacht einen Schüler auf dem Wasser

Kitesurfen

Ein Blick in eine Kitepower-Stunde: die IKO-Methode Stunde für Stunde

Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 8 Min. Lesezeit

IKO-Unterrichtsmethode, Coaching per Zwei-Wege-Bluetooth-Helm auf dem Wasser und 250+ Kites. So laufen Kitesurf-Stunden bei Kitepower El Gouna ab – Schritt für Schritt, seit 2004.

Kitepower unterrichtet seit 2004 und arbeitet seit 2016 am heutigen nördlichen Spot. Über diese Geschichte hinweg haben Instruktoren Tausenden von Menschen aus mehr als 50 Ländern das Kitesurfen beigebracht. Das System verbindet die internationale IKO-Methode mit den Erfahrungen aus den tatsächlichen Bedingungen hier.

Hier bekommst du den Ablauf ohne Marketing-Filter: wie eine Stunde aufgebaut ist, in welcher Reihenfolge die Fähigkeiten kommen und was den Fortschritt am Ende wirklich bestimmt.

Was IKO ist und warum es wichtig ist

IKO (International Kiteboarding Organization) ist ein international verbreitetes System für Kitesurf-Unterricht. Es strukturiert, welche Fähigkeiten und Sicherheitsverfahren in welcher Reihenfolge vermittelt werden.

Der Vorteil für dich: Du weißt jederzeit, wo du stehst und was als Nächstes kommt. Wie schnell die Schritte aufeinanderfolgen, entscheidet der Instruktor – nach dir, nach dem Wind an diesem Tag und nach dem, was du auf dem Wasser schon zeigst.

Wir sind ein IKO Pro Center, und unsere Kite-Instruktoren sind entsprechend qualifiziert. In der Hochsaison haben wir bis zu 25 im Team, in ruhigeren Monaten 8–10. Zur Klarstellung: IKO Level 1/2/3 sind Instruktoren-Stufen; bei Schülern dokumentiert die Karte die tatsächlich nachgewiesenen Rider-Fähigkeiten und das erreichte Level.

Und ein wichtiger Punkt: Die Dokumentation deines IKO-Levels ist bei unseren Kursen enthalten. Der Instruktor trägt ein, was du tatsächlich nachweist; ein Kursabschluss erzeugt weder automatisch das Independent-Level noch Mietzugang. Ein anderes Center darf Können, lokale Regeln, Bedingungen und Verfügbarkeit erneut prüfen. Eine VDWS-Zertifizierung ist über unsere qualifizierten Instruktoren gegen 40€ Prüfungsgebühr möglich; das Center selbst ist ein IKO Pro Center und nicht VDWS-akkreditiert. Mehr dazu liest du auf unserer IKO-Zertifizierungsseite.

Das Prinzip Kite – Body – Board

Die IKO-Methode basiert auf einer einfachen Idee: Du lernst Schritt für Schritt, und jede Stufe baut auf der vorherigen auf.

1. Kite – Kitekontrolle

Alles beginnt mit dem Kite. Bevor du fährst, musst du ihn kontrollieren können: das Windfenster und die Sicherheitszone verstehen, starten und landen, einhändig steuern und im Notfall das Safety-System zum Auslösen des Kites nutzen. Wir riggen am Sand und bringen dir die Kitekontrolle mit einem kleineren Trainerkite bei. Der Strand ist zum Riggen sowie für den begleiteten Start und die Landung da. Sobald du die Grundlagen beherrschst, geht’s ins Wasser.

Warum dieser Ansatz? Weil der Kite der Motor des gesamten Sports ist. Kannst du ihn nicht kontrollieren, wird der Rest zum Chaos. Wir kürzen das nicht ab – aber wir ziehen es an Land auch nicht unnötig in die Länge.

2. Body – Bodydrag

Nach Sicherheitsbriefing, Aufbau und begleitetem Start am Strand verlagern sich die ersten Kitekontroll- und Bodydrag-Übungen bei passenden Bedingungen in den ersten rund 800 m langen, knie- bis hüfttiefen Schulungsbereich. Bodydrag heißt, dich vom Kite ohne Board durch das Wasser ziehen zu lassen.

Du lernst:

  • den Kite im Wasser zu kontrollieren (fühlt sich anders an als an Land)
  • Bodydrag mit dem Wind – der Kite zieht dich vorwärts
  • Bodydrag gegen den Wind – die Schlüsselfähigkeit, um dein Board zurückzuholen
  • Water-Relaunch – den Kite aus dem Wasser neu zu starten

Bodydrag gegen den Wind ist eine der wichtigsten Fähigkeiten. Treibt dein Board weg, musst du gegen den Wind zurückkommen. Das ist Selbstrettung – und wir üben sie genau deshalb, damit du dich nicht darauf verlässt, dass dich schon jemand abholt.

3. Board – Fahren

Erst wenn du den Kite kontrollierst und Bodydrag beherrschst, kommt das Board dazu. Hier beginnt der Spaß.

Ablauf:

  • Wasserstart – aus dem Wasser aufs Board aufstehen
  • erste Fahrt in eine Richtung
  • Fahren in beide Richtungen
  • Höhelaufen – der Moment, in dem du selbstständig wirst

Das Board kommt zuletzt, weil es alles Vorherige gleichzeitig verlangt: den Kite steuern, die Balance halten und die Linie fahren. Überspringst du die früheren Schritte, stößt du hier an eine Wand.

BB-Talkin-Helm – Echtzeit-Coaching in beide Richtungen

Hier kommt etwas, das uns von den meisten Schulen unterscheidet. Jeder Schüler trägt auf dem Wasser einen Zwei-Wege-BB-Talkin-Bluetooth-Helm, und der Instruktor kommuniziert in Echtzeit mit dir – in beide Richtungen.

Was bedeutet das in der Praxis?

Stell dir vor, du bist auf dem Wasser und versuchst einen Wasserstart, aber dein Kite steht zu hoch. Bei einer normalen Schule würde der Instruktor warten, bis du fällst, und dich danach am Strand korrigieren. Bei uns sagt er: „Kite etwas tiefer, Richtung 45 Grad“ – und du korrigierst es sofort. Ohne zu fallen. Und weil es in beide Richtungen funktioniert, kannst du eine Frage stellen, ohne zum Strand zurückzukommen.

Das ist Coaching mitten in der Aktion. Die ersten rund 800 m des Trainingsbereichs sind über Sand knie- bis hüfttief; je nach Körpergröße kannst du dort nach einem Sturz oft stehen. Position und Abstand des Instruktors richten sich nach Aufgabe, Schüler und Bedingungen.

Wie ein Kurstag geplant wird

Wir legen die Stunden am Vorabend oder am Morgen fest – nach deiner Buchung, dem Live-Wind, dem Wasserstand und dem, wie viel du am Tag davor geschafft hast. Ein Block von rund 1,5 Stunden funktioniert für die meisten gut. Wie viele Blöcke daraus werden und wann sie liegen, ist an keinem Tag gleich.

Vor jeder Session prüft das Team Bedingungen und wählt Aufgabe sowie Material entsprechend. Pausen gehören zum Plan, wenn Konzentration oder körperliche Belastung nachlassen. Zwischen zwei Blöcken liegt unser Strandrestaurant direkt am Spot. Einen fixen Stundenplan mit Vormittags- und Nachmittagsslot verkaufen wir dir nicht – der Wind hält sich ohnehin nicht daran.

Wie viele Schüler pro Instruktor?

Das hängt vom Niveau ab – und wir halten uns strikt an die IKO-Standards.

Anfänger: standardmäßig maximal 2 Schüler mit einem Instruktor und einem vollständigen Setup. Die Schüler wechseln sich ab – während einer aktiv übt, beobachtet und erholt sich der andere. Wie viel aktive Wasserzeit daraus entsteht, hängt von Aufgabe, Bedingungen, Sicherheitsunterbrechungen und individuellem Tempo ab.

Fortgeschrittene: Format, Gruppengröße und Zahl der vollständigen Sets werden vorab nach tatsächlich nachgewiesenem Niveau, Trainingsziel und Bedingungen vereinbart. Ein Anfängerformat wird nicht allein aufgrund gebuchter Stunden in ein unbeaufsichtigtes Mehrkite-Setup umgewandelt.

Welche Faktoren den Fortschritt unterstützen

Wie schnell es bei dir geht, bleibt individuell. Diese fünf Dinge geben dem Training aber den Rahmen, in dem Fortschritt überhaupt entstehen kann:

1. Die Lagune

Die Lagune ist 2–3 km lang und etwa 1 km breit. Im ersten, rund 800 m langen Schulungsbereich ist das Wasser über Sand knie- bis hüfttief; danach folgt eine separate tiefere Foil-Zone. Die Wassertiefe verändert sich mit der Tide, deshalb richtet sich die aktive Zone nach Wasserstand, Wind und Betrieb. Mehr auf der Spot-Seite und im Lagunen-Guide.

2. Material

Wir haben über 250 Kites von 3 bis 21 m² – ausschließlich Flysurfer (offizieller Vertriebspartner und größter Testpoint seit 2009) – dazu über 60 Boards und Levitaz-Hydrofoils (seit 2015). Die passende Größe suchen wir nach aktuellem Messwert, deinem Gewicht und deinem Können heraus. Eine so breite Flotte gibt uns viele Optionen – fahrbaren Wind macht sie trotzdem nicht. Den vollen Überblick gibt’s auf unserer Shop-Seite.

3. Coaching per Zwei-Wege-Helm

Oben beschrieben – sofortige Korrekturen auf dem Wasser über den BB-Talkin-Helm, statt auf ein Debriefing am Strand zu warten.

4. Der nördlichste Spot

Wir liegen am nördlichen Rand von El Gouna. Bei Wind aus Nord bis Nordwest hat die Luft dadurch einen offeneren Anströmweg. Wo genau gefahren wird und wie viel Abstand nötig ist, legt das Team trotzdem jeden Tag neu fest – nach Wind, Wasserstand, Verkehr auf dem Wasser und deinem Level. Eine feste Strecke oder einen reservierten Korridor gibt es nicht.

5. Erfahrung seit 2004

Die Geschichte der Schule reicht bis 2004 zurück; am heutigen nördlichen Standort arbeitet Kitepower seit 2016. Diese Erfahrung hilft bei Planung und Unterricht, ersetzt aber weder die Live-Prüfung von Wind, Tiefe und Verkehr noch die individuelle Einschätzung jedes Lernenden.

Wie der Grundkurs aussieht

Unser beliebtester Kurs für absolute Anfänger ist der Zero to Hero-Kurs:

  • Dauer: 8 Stunden, verteilt auf 3–5 Tage
  • Was du lernst: Kitekontrolle, Bodydrag, Wasserstart, erste Fahrt
  • Was enthalten ist: das komplette Material und die Dokumentation des tatsächlich erreichten IKO-Levels ohne separate Zertifizierungsgebühr
  • Voraussetzungen: keine – du musst nur schwimmen können

Der typische Weg führt von Bodydrag und Wasserstart zu kontrolliertem Fahren und später zum Höhelaufen. Wie weit du in diesen 8 Stunden kommst, hängt von Wind, Fitness und deinem Tempo ab: Der Kurs ist eine Struktur, kein Fahrschein zum Independent-Level.

Die vollständigen Preise und Details findest du auf der Grundkurs-Seite, stöber durch alle unsere Kurse, oder geh direkt zur Online-Buchung.

Was, wenn ich die Grundlagen schon kann?

Das IKO-System hat mehrere Level, du fängst also nicht bei null an, wenn du schon einmal gekitet bist. Zu Beginn bewerten wir dein Niveau und ordnen dich dort ein, wo es Sinn ergibt.

Manche Schüler kommen nach einem Jahr oder zwei ohne Kiten zu uns und brauchen nur einen Refresh-Kurs. Manche haben anderswo gelernt und wollen ihre Technik verfeinern. Und manche fortgeschrittenen Fahrer wollen neue Tricks lernen oder auf Wingfoilen umsteigen. Die IKO-Karte zeigt einer anderen Schule schwarz auf weiß, wo du stehst – den praktischen Check vor Ort nimmt sie ihr trotzdem nicht ab.

Sicherheit ist keine Option

Jeder Kurs beginnt mit einem Sicherheitsbriefing. Vor jeder Session checken wir das Material, erklären die Wasserbedingungen und wiederholen die Sicherheitsverfahren.

Die ersten rund 800 m vor dem Strand bilden bei typischen Bedingungen einen knie- bis hüfttiefen Schulungsbereich mit Sandboden. Die tatsächliche Tiefe verändert sich mit Gezeiten und aktuellen Bedingungen; unser Team wählt Bereich und Zeitpunkt entsprechend. Jeder Schüler muss das Safety-System beherrschen, bevor er ins Wasser geht. Unser Rescue ist während der Öffnungszeiten da – dass immer ein Boot auf dem Wasser steht und dich innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht, kann dir aber keine ehrliche Schule versprechen.

Fazit

Kitesurfen zu unterrichten heißt nicht, einen Schüler aufs Wasser zu bringen und zu hoffen, dass es klappt. Es ist ein System: Die IKO-Methode gibt Struktur, der Zwei-Wege-Helm gibt sofortiges Feedback, die ersten rund 800 m knie- bis hüfttiefer Trainingsbereich schaffen Lernraum, und die Materialflotte gibt Flexibilität. Tiefe, Wind und nutzbare Zone ändern sich trotzdem mit den tatsächlichen Bedingungen.

Am Ende steht in deiner Karte, was du wirklich kannst – nicht, was auf der Rechnung stand. Manche fahren dann schon saubere Schläge in beide Richtungen, andere arbeiten weiter am Wasserstart oder am Höhelaufen. Beides ist völlig normal.

Willst du die ehrliche Version Stunde für Stunde, lies wie lange es dauert, Kitesurfen in El Gouna zu lernen.

Lukáš Vogeltanz

IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.

Bereit fürs Wasser?

Buche deinen Kurs auf der Lagune, über die wir schreiben.

Max. 2 Schüler pro Instruktor, Funkschulung in beide Richtungen (BB Talkin), Dokumentation der tatsächlich gezeigten IKO-Skills ohne Aufpreis und eine Wind-Garantie, mit der deine gebuchten Stunden nie verfallen. Zero to Hero ab 465€.

4,8 · 549 Bewertungen Älteste, seit 2004 8 Sprachen am Strand