Material
Trapez für Kitesurfen – wie du das richtige wählst
Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 3 Min. Lesezeit
Hüft- oder Sitztrapez? Was ist besser für Anfänger und was für Fortgeschrittene. Wie du die richtige Größe wählst und warum du im Kurs kein eigenes brauchst.
Das Trapez ist das Teil deines Materials, über das keiner redet – ohne das du aber keine zwei Minuten auf dem Wasser durchhältst. Die gesamte Zugkraft des Kites läuft darüber in deinen Körper, damit du mit den Armen steuerst und nicht dagegen ziehst. Ein bisschen wie der Sitz im Auto: Du verschwendest keinen Gedanken daran, bis du acht Stunden drin sitzt.
Im Kurs bekommst du ein Trapez und musst dich um nichts kümmern. Aber wenn du über den Kauf eines eigenen nachdenkst, hier die Übersicht. Wenn du noch die Basics lernst, führt dich unser Kitesurfing-Material-Guide für Anfänger durch das komplette Set – Trapez inklusive.
Zwei Haupttypen
Hüfttrapez (Waist Harness)
Der verbreitetste Typ. Es umschließt die Hüfte und den unteren Rücken. Du hast große Bewegungsfreiheit – kannst dich frei drehen, den Rumpf bewegen und die Position wechseln.
Vorteile:
- Mehr Mobilität
- Komfortabler für Freestyle und dynamisches Fahren
- Die meisten Kitesurfer bevorzugen es
Nachteile:
- Kann nach oben rutschen (besonders bei Anfängern, die den Kite hoch haben und der Zug nach oben geht)
- Weniger Rückenunterstützung
Sitztrapez (Seat Harness)
Hat zusätzlich Gurte um die Oberschenkel. Sitzt fest und rutscht nicht hoch. Der Zug wird tiefer verteilt, was den Rücken weniger belastet.
Vorteile:
- Rutscht nicht hoch
- Bessere Rückenunterstützung
- Für manche Anfänger komfortabler
Nachteile:
- Weniger Bewegungsfreiheit
- Kann bei heißem Wetter wärmer werden (zusätzliches Material um die Oberschenkel)
- Weniger „cool“ (aber das sollte kein Kriterium sein)
Was ich Anfängern empfehle
Die meisten unserer Schüler fahren im Kurs ein Hüfttrapez und kommen gut damit zurecht. Wenn dir das Trapez aber ständig nach oben rutscht und du den Druck auf den Rippen spürst, löst ein Sitztrapez genau dieses Problem.
Ehrlich gesagt: Am Anfang ist der Typ fast egal – wichtig ist, dass es passt. Eine falsche Größe oder eine schlampige Einstellung nervt dich mehr als der „falsche“ Trapez-Typ.
Wie du die Größe wählst
Das Trapez muss fest sitzen, darf aber nicht einschnüren. Ein paar Regeln:
- Messen: Miss den Taillenumfang genau da, wo das Trapez sitzt (leicht unterhalb des Bauchnabels), und vergleich das mit der Herstellertabelle.
- Einstellung: An Land soll es eng, aber bequem sitzen. Im Wasser gibt es etwas nach, und auf nassem Neopren rutscht es leichter.
- Haken: Sollte ungefähr auf Bauchnabelhöhe sein. Zu hoch = rutscht hoch. Zu tief = zieht dich nach unten.
- Ausprobieren: Wenn möglich, teste das Trapez unter Zug – sei es an der Bar am Strand oder auf dem Wasser. An Land kann es anders sitzen als unter Belastung.
Was ein eigenes Trapez kostet
Zur Orientierung: 150€ bis 350€, je nach Marke und Modell. Premium-Trapeze von Mystic, Ride Engine oder ION liegen bei 200–350€. Dafür bekommst du bessere Materialien, eine sauberere Zugverteilung und deutlich mehr Komfort auf langen Sessions.
Aber auch hier gilt: Kauf erst nach dem Kurs, wenn du weißt, was dir passt. Als Kursabsolvent bei uns bekommst du außerdem einen Rabatt auf Material in unserem Shop.
Was wir an der Station haben
Bei Kitepower El Gouna haben wir Trapeze in allen Größen – von Kindergrößen bis XXL, Hüft- und Sitztrapeze. Im Kurs bekommst du das passende, und wenn du während der Stunde merkst, dass es nicht sitzt, tauschen wir es.
Im Verleih kannst du ein Trapez zum Material dazuleihen. Die meisten Stammkunden haben aber ihr eigenes – es ist eine der wenigen Sachen, bei denen sich ein eigenes lohnt, weil Komfort persönlich ist.
Pflege
Wenn du dir ein eigenes kaufst:
- Nach jeder Session mit Süßwasser abspülen. Salz zerstört Material und Beschläge.
- Im Schatten trocknen, nicht in der prallen Sonne.
- Haken und Sicherheitssystem kontrollieren – dürfen nicht abgenutzt sein.
- Nicht auf den Haken setzen – er verformt sich.
Zusammenfassung
- Hüfttrapez = die meisten Kitesurfer, mehr Freiheit
- Sitztrapez = rutscht nicht hoch, mehr Rückenunterstützung
- Im Kurs bekommst du ein Trapez, musst dich um nichts kümmern
- Kauf erst nach dem Kurs, wenn du weißt, was du brauchst
- Die richtige Größe ist wichtiger als der Typ
Hast du Fragen? Schreib uns.
Lukáš Vogeltanz Kitepower El Gouna
IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.
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