Kitesurfen
Refresh-Kurs: Wann und warum du deine Kite-Fähigkeiten auffrischen solltest
Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 7 Min. Lesezeit
Hattest du eine Pause vom Kitesurfen? Ein Refresh-Kurs (4h oder 6h) hilft dir, sicher aufs Wasser zurückzukehren. Wann du einen Refresh wählen solltest und was dich erwartet.
Du kennst das. Vor zwei Jahren hast du einen Kurs gemacht, bist ein paar Tage gefahren, es war großartig. Dann kam das Leben – Arbeit, Familie, andere Prioritäten. Und jetzt sitzt du im Flugzeug nach Ägypten und fragst dich: „Kann ich das noch?“
Die Antwort ist fast immer ja. Aber nicht sofort und nicht ohne Hilfe. Und genau dafür gibt es Refresh-Kurse.
Wann du einen Refresh brauchst
Es gibt keine genaue Grenze, aber hier sind Orientierungshilfen:
Einen Refresh brauchst du definitiv, wenn:
- Dein letztes Kiten 12+ Monate zurückliegt
- Du nie konsistentes Upwind-Fahren geschafft hast
- Du dir nicht sicher bist, wie die Safety-Systeme bei modernem Material funktionieren
- Du es dir selbst beigebracht hast (ohne zertifizierten Instruktor)
Ein Refresh ist eine gute Idee, wenn:
- Dein letztes Kiten 6–12 Monate zurückliegt
- Du Upwind fahren kannst, dich aber unsicher fühlst
- Du dich weiterentwickeln möchtest (Transitions, Sprünge) und nicht weißt wie
- Du auf einen anderen Materialtyp umsteigst
Keinen Refresh brauchst du, wenn:
- Du regelmäßig fährst (mindestens ein paar Tage pro Monat)
- Du ein solides Upwind-Fahren und eine Safety-Routine hast
- Du weißt, was du tust, und einfach nur fahren möchtest
Falls du ganz neu bist, statt zurückzukehren, ist der Grundkurs (Zero to Hero) der richtige Einstieg.
Was bei einem Refresh passiert
Bei uns bei Kitepower El Gouna sieht das so aus:
Skill Check (erste halbe Stunde)
Der Instruktor geht mit dir die Grundlagen am Strand durch – Kite aufpumpen, Safety-Systeme, Launch. Dann geht ihr aufs Wasser und er beobachtet, was du kannst. Kite Control, Bodydrag, Wasserstart, Fahren. Keine Fragen wie „Auf welchem Level bist du“ – er schaut einfach und sieht.
Das ist wichtig, weil Menschen ihre Fähigkeiten oft über- oder unterschätzen. Jemand, der sagt „ich kann nur die Basics“, fährt manchmal überraschend gut. Und umgekehrt – jemand, der behauptet „alles zu können“, hat Lücken bei den Sicherheitsverfahren.
Ziele setzen
Basierend auf dem Skill Check legt der Instruktor das Programm fest. Möglichkeiten:
- Grundlegende Auffrischung: Kite Control, Wasserstarts, Fahren – für alle, die wieder Sicherheit gewinnen müssen
- Upwind-Fokus: Technik des Höhelaufens – für alle, die es nie richtig geschafft haben
- Transitions und Fortgeschrittenes: Wenden, Switch fahren, Grundlagen der Sprünge – für alle, die das nächste Level wollen
- Depower-Technik: Arbeit mit der Bar, Edge Control, effiziente Windnutzung – für alle, die fahren, aber „kämpfen“
Wenn du das ganze Bild sehen willst, wie der Unterricht aufgebaut ist, schau dir wie wir unterrichten an.
Der eigentliche Unterricht
Mit dem Zwei-Wege-Bluetooth-Helm von BB Talkin auf dem Kopf. Der Instruktor steht am Strand oder fährt neben dir und korrigiert dich in Echtzeit – und weil der Helm in beide Richtungen funktioniert (Funk 1:1), kannst du Fragen stellen, ohne zum Strand zurückzumüssen. Das ist ein enormer Unterschied dazu, wenn du alleine versuchst, dich an das Gelernte zu erinnern. Sofortiges Feedback = schneller Fortschritt.
Auch das Format bleibt persönlich: maximal zwei Schüler pro Instruktor – du wartest also nie, bis du an der Reihe bist.
4 Stunden oder 6 Stunden?
Wir bieten zwei Varianten:
Refresh 4h – ab 285€
- Für alle, die sich nur „warmlaufen“ müssen
- Du hattest eine Pause, aber davor bist du solide gefahren
- Du willst die Safety überprüfen und ein paar Fahrten mit Instruktor machen
- Typischerweise an einem Tag
Refresh 6h – ab 395€
- Für alle, die eine längere Pause hatten oder an bestimmten Fähigkeiten arbeiten möchten
- Du hast nie konsistentes Upwind-Fahren geschafft und möchtest das nachholen
- Du möchtest auf das nächste Level (Transitions, Sprünge)
- Verteilt auf 2–3 Tage
Genaue Preise und die Wahl deiner Variante findest du auf der Refresh-Kurs-Seite.
Wie du dich entscheidest
Einfacher Test: Erinnerst du dich, wie der Chicken Loop und Quick Release funktionieren? Weißt du, was du tust, wenn der Kite in die Power Zone gerät und du das nicht willst? Wenn ja, reichen wahrscheinlich 4 Stunden. Wenn du bei diesen Fragen zögerst, sind 6 Stunden die bessere Wahl. Du bist dir bei den Begriffen nicht sicher? Unser Guide zu den Kite-Safety-Systemen ist eine schnelle Auffrischung.
Warum nicht „einfach leihen und losfahren“
Ich verstehe die Versuchung. Du hast eine IKO-Karte in der Tasche und denkst, du gehst einfach zum Verleih und legst los. Die Karte sagt aber nur, was du damals konntest – nicht, was du heute kannst. Deshalb schauen wir (und jede andere seriöse Station) vorher hin: Höhelaufen, Selbstrettung, Spotregeln. Erst dann geht Material raus.
Drei Gründe:
1. Sicherheit. Safety-Systeme entwickeln sich weiter. Wenn du vor 5 Jahren gelernt hast, hatte dein Kite ein anderes Safety als das, was heute fliegt. Moderne Flysurfer-Kites haben ein ausgeklügeltes Depower-System – und es ist gut zu wissen, wie es funktioniert, bevor du damit aufs Wasser gehst.
2. Schlechte Angewohnheiten. Das ist tückisch. Wenn du alleine übst, weißt du nicht, was du falsch machst. Und nach einer Pause kehren die schlechten Gewohnheiten schneller zurück als die guten. Der Instruktor sieht in 10 Minuten, wo das Problem liegt – und erspart dir Stunden der Frustration.
3. Effizienz. In wenigen Stunden mit Instruktor kommst du weiter als in mehreren Tagen alleine. Das ist keine Werbebehauptung – es ist einfach eine Tatsache. Die Zwei-Wege-Kommunikation über den Helm bedeutet, dass Korrekturen sofort kommen, nicht erst nach einer Stunde am Strand, wenn du dich fragst „Was habe ich falsch gemacht“.
Beispiele aus der Praxis
Ich kann nicht für alle sprechen, aber hier sind typische Situationen, die wir sehen:
Fall 1: „Ich hatte einen Kurs, aber Upwind nie geschafft“ Am häufigsten. Jemand hat irgendwo auf der Welt einen Kurs gemacht, ist ein paar Meter gefahren, aber Höhelaufen kam nie. 6h Refresh mit Fokus auf Kantentechnik und Körperposition – und plötzlich geht es. Oft sagen sie: „Hätte ich das vor zwei Jahren gewusst…“
Fall 2: „Ich konnte gut fahren, aber 3 Jahre Pause“ Das motorische Gedächtnis ist zäher, als die meisten denken – oft sitzt nach zwei Stunden wieder alles. Trotzdem gilt: Vier gebuchte Stunden sind kein Automatismus fürs eigene Material danach. Der Instruktor schaut, was noch da ist, baut die Lücken wieder auf und sagt dir ehrlich, wann du allein rauskannst.
Fall 3: „Ich habe es mir selbst von einem Freund beibringen lassen“ Hier ist ein Refresh ein Muss. Der Freund hat dir das Fahren beigebracht, aber wahrscheinlich nicht die Safety-Systeme, Vorfahrtsregeln und Self-Rescue. 6h Refresh ist eine Investition in deine Sicherheit und die Sicherheit anderer auf dem Wasser. Die Vorfahrtsregeln sind so oder so eine Lektüre wert.
Wie der Refresh in deinen Urlaub passt
Praktischer Plan für einen einwöchigen Trip.
Mit dem 4h-Refresh:
- Tag 1: Ankunft, Transfer, Unterkunft und Kennenlernen des Spots. Einen Kitepass brauchst du nur, wenn du mit eigenem Material fährst; er ist kein Extra-Aufpreis auf Kurs oder Verleih
- Tag 2: Refresh (4h) – Skill Check und Auffrischung
- Tag 3–6: Wenn der Skill Check passt, fährst du auf Verleihmaterial selbstständig – wenn nicht, hängen wir noch Coaching dran
- Tag 7: Letzte Session, Abreise
Oder mit 6h Refresh:
- Tag 1: Ankunft
- Tag 2–3: Refresh (6h verteilt auf 2 Tage)
- Tag 4–6: Freies Fahren oder weiteres Coaching – das entscheidet ihr gemeinsam nach dem Stand am Ende von Tag 3
- Tag 7: Abreise
Nach dem Refresh: Gruppen-Coaching und Kite-Camps
Sobald du wieder selbstständig fährst, musst du nicht im Anfängerformat mit zwei Schülern pro Instruktor bleiben. Wer seinen eigenen Kite in der Luft hat, kann in einer Gruppe auf ähnlichem Niveau gecoacht werden – jeder auf seinem eigenen Material.
Unsere Kite-Camps funktionieren genau so: Ein paar Rider mit vergleichbarem Level fahren zusammen, der Instruktor gibt über den Zwei-Wege-Helm Ansagen zu Technik, Transitions und Sprüngen. Sozialer und günstiger als Einzelunterricht – und der logische Schritt nach dem Refresh. Schau dir unsere Optionen fürs Freeride-Coaching an.
Eine Investition, die sich lohnt
Ich weiß, dass ein Refresh oben auf die Urlaubskosten draufkommt. Aber rechne mal gegen: zwei Tage allein herumprobieren, frustriert am Strand stehen und im schlimmsten Fall Material oder dich selbst beschädigen – oder vier Stunden mit jemandem, der in zehn Minuten sieht, woran es hängt. Wie schnell du wieder allein rausfährst, ist von Mensch zu Mensch verschieden, und wir nennen dir dafür keinen fixen Tag.
Und vor allem – du wirst keine Angst haben. Kitesurfen soll Freude sein, kein Stress. Der Refresh gibt dir Sicherheit und Selbstvertrauen auf dem Wasser zurück.
Wie buchen
Refresh-Kurse buchst du genauso wie andere Kurse – online über das Buchungssystem oder schreib uns über den Kontakt. Wir empfehlen, im Voraus zu buchen, besonders in der Saison (März–Juni), wenn wir meist ausgebucht sind.
Keine Frage ist dumm. Schreib uns, wo du mit dem Kiten aufgehört hast, und wir empfehlen dir, was Sinn macht.
Planst du eine Rückkehr aufs Wasser? Schau dir unsere Kurse und Preise an oder buche direkt einen Termin.
IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.
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Max. 2 Schüler pro Instruktor, Funkschulung in beide Richtungen (BB Talkin), Dokumentation der tatsächlich gezeigten IKO-Skills ohne Aufpreis und eine Wind-Garantie, mit der deine gebuchten Stunden nie verfallen. Zero to Hero ab 465€.
★ 4,8 · 549 Bewertungen Älteste, seit 2004 8 Sprachen am Strand