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Blick in den Verleihraum von Kitepower El Gouna – Boards, Neoprenanzüge und Kite-Material bereit aufgereiht

Material

Kitesurfing-Equipment erklärt für Anfänger

Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 5 Min. Lesezeit

Kite, Board, Trapez, Bar, Leinen – was wofür ist und was du für den Kurs brauchst. Einfache Erklärung des Kitesurfing-Materials für absolute Anfänger.

Wenn du Kitesurfern auf dem Wasser zusiehst, siehst du den Kite oben, das Board unten und eine Person dazwischen. Aber was genau brauchst du? Was ist diese „Bar“? Warum sind Kites unterschiedlich groß? Und vor allem – musst du etwas kaufen, bevor du anfängst?

Die letzte Frage zuerst: Nein. Für den Kurs brauchst du absolut nichts Eigenes. Wir haben alles, und es ist im Preis inbegriffen. Aber es ist gut zu wissen, womit du arbeiten wirst. Also los.

Kite

Der Kite ist das bunte Flügelelement, das über deinem Kopf fliegt und dich über das Wasser zieht. Er ist das Herzstück des Sports – ohne ihn bewegst du dich nicht.

Kites unterscheiden sich in zwei wesentlichen Dingen: Typ und Größe.

Kite-Typ:

  • Tube-Kites (LEI) – haben aufblasbare Schläuche, die die Form halten. Wenn sie ins Wasser fallen, lassen sie sich leicht wieder starten (Relaunch). Beispiele aus unserer Flotte: Flysurfer Stoke, ERA, Indie.
  • Foil-Kites (Ram-Air) – haben keine aufblasbaren Schläuche, funktionieren ähnlich wie ein Gleitschirm. Leichter, packen sich kleiner, haben einen breiteren Windbereich. Beispiele: Flysurfer Soul, Sonic.
  • Hybrid – eine Kombination aus beiden. Wird durch den Wind aufgeblasen, nicht mit einer Pumpe. Beispiel: Flysurfer Hybrid.

Als Anfänger lernst du fast immer auf einem stabilen Tube-Kite mit einfachem Relaunch – die Wahl übernimmt dein Lehrer für dich. Einen detaillierten Vergleich findest du im Artikel Foil-Kite vs. Tube-Kite – was ist der Unterschied?.

Kite-Größe: Wird in Quadratmetern (m²) gemessen. Je größer der Kite, desto mehr Zug. Bist du leicht oder weht es kräftig, kommt ein kleinerer Kite dran; bist du schwerer oder ist der Wind dünn, brauchst du mehr Fläche. Unser Verleih reicht von 3 bis 21 m² – damit lässt sich fast jeder Tag abdecken, solange die passende Größe gerade frei ist.

Im Kurs musst du dich um die Größenwahl nicht kümmern – dein Lehrer wählt den Kite nach deinem Gewicht und dem aktuellen Wind.

Bar und Leinen

Die Bar ist die Stange, an der du den Kite hältst. Von der Unterseite der Bar führen 4 Leinen (manchmal 5) nach oben zum Kite. Die Leinenlänge beträgt typischerweise 20–25 Meter.

Mit der Bar steuerst du den Kite – durch Ziehen einer Seite drehst du, durch Anziehen/Loslassen der Bar änderst du die Zugkraft. Teil der Bar ist das Sicherheitssystem – wenn du die Bar loslässt, verliert der Kite den Zug. Und wenn du den Safety-Auslöser betätigst, trennt sich der Kite komplett. Sicherheit ist im Design eingebaut.

Im Kurs zeigt dir dein Lehrer genau, wie die Bar funktioniert. Das ist eines der ersten Dinge, die du lernst – noch am Strand, bevor es ins Wasser geht.

Board (Brett)

Am Anfang fährst du ein Twin-Tip – ein symmetrisches Board, das in beide Richtungen funktioniert. Du musst es nicht drehen, du fährst einfach nach rechts oder links. Es ist der Standard für rund 90 % der Kitesurfer.

Die Board-Größe hängt vom Gewicht und Niveau des Fahrers ab. Anfänger bekommen ein größeres Board – es ist stabiler, und man steht leichter darauf. Fortgeschrittene wechseln auf kleinere und schnellere Boards.

Es gibt auch andere Board-Typen:

  • Directional – Surfbretter für Wellen
  • Foil-Boards – kleinere Boards mit Hydrofoil zum Fliegen über der Oberfläche (siehe Hydrofoil-Kurse)

Aber das ist ein Thema für Fortgeschrittene. Am Anfang ist das Twin-Tip dein bester Freund.

Trapez (Harness)

Das Trapez ist ein Gurt um die Hüfte (oder den Sitz), an dem die Bar eingehängt wird. Ohne Trapez müsstest du die gesamte Zugkraft des Kites mit den Armen halten – und das würdest du etwa zwei Minuten durchhalten.

Zwei Typen:

  • Hüfttrapez (Waist Harness) – um die Hüfte. Die meisten Kitesurfer verwenden es. Mehr Bewegungsfreiheit.
  • Sitztrapez (Seat Harness) – um Hüfte und Oberschenkel. Rutscht nicht hoch, bessere Rückenunterstützung. Wird manchmal für Anfänger empfohlen.

Im Kurs bekommst du ein Trapez, das passt. Wir haben verschiedene Größen und Typen, einschließlich Kindergrößen. Mehr zu Trapezen im Artikel Kitesurf-Trapez – wie du das richtige wählst.

Was noch

Neoprenanzug oder Lycra: Hängt von der Saison ab. Im Sommer reichen Boardshorts oder Lycra, im Winter (etwa Dezember–Februar) brauchst du einen langen Neoprenanzug – keinen Shorty. Alles haben wir zum Ausleihen. Einen detaillierten Überblick findest du im Artikel Neoprenanzug oder Lycra?.

Wasserschuhe: Empfehlenswert. Am Strand gibt es gelegentlich Muscheln, und in der Ferne liegt das Korallenriff. Neoprenschuhe schützen die Füße und können bei uns geliehen werden.

Helm und Weste: Im Kurs inbegriffen. Bei Kitepower ist der Helm ein BB-Talkin-Bluetooth-Helm mit Funk in beide Richtungen – dein Lehrer kann auf dem Wasser in Echtzeit mit dir sprechen und dich auch hören.

Sonnenbrille mit Band: Optional, aber auf dem Wasser willkommen. Die Reflexion der Wasseroberfläche ist intensiv.

Was du im Kurs bekommst

Zur Klarstellung – der Grundkurs Zero to Hero (8 Stunden, 465€ semi-privat / 695€ privat) beinhaltet das komplette Material:

  • Kite in der richtigen Größe
  • Bar und Leinen
  • Board
  • Trapez
  • BB-Talkin-Funkhelm (Funk 1:1, in beide Richtungen) und Weste
  • Eintrag deines erreichten IKO-Levels, ohne Aufpreis

Du musst nichts kaufen, nichts mitbringen. Du kommst in Badekleidung (oder Neoprenanzug, je nach Saison), und alles andere ist vorbereitet. Du willst wissen, wie der Unterricht selbst abläuft? Lies wie lange es dauert, Kitesurfen zu lernen.

Und nach dem Kurs?

Nach dem Kurs hängt der richtige nächste Schritt von den Fähigkeiten ab, die du nachweisen kannst:

  1. Verleih. Wenn du Höhe läufst, dich selbst retten kannst und den Praxis-Check bei uns bestehst, kannst du Mietmaterial anfragen. Dein IKO-Eintrag zeigt uns dein Level – die Freigabe fürs Wasser kommt trotzdem erst nach dem Check, hier wie in jeder anderen seriösen Station. Strandzugang und die Kitepass-Einrichtungen sind im Verleih schon drin; einen separaten Kitepass brauchst du nicht.

  2. Eigenes Material. Wenn du dich entscheidest, in eigenes Material zu investieren, bekommst du als Kursabsolvent einen Rabatt in unserem Shop. Aber kauf nichts vor dem Kurs und ohne Beratung mit deinem Lehrer. Jeder braucht etwas anderes, und falsch gewähltes Material verdirbt die Freude am Fahren.

Der große Vorteil des Verleihs: Du hast Zugriff auf die ganze Bandbreite statt auf den einen Kite in deiner Boardbag. Wenn dein 12er nicht zum Wind des Tages passt, sitzt du am Strand. Bei uns tauschst du ihn gegen die Größe, mit der an diesem Tag etwas geht – vorausgesetzt, sie ist frei.

Was das alles kostet (wenn du dir eigenes Material kaufst)

Orientierungspreise für neues Material:

  • Kite + Bar: ca. 1.200–2.000€
  • Board: ca. 400–800€
  • Trapez: ca. 150–300€
  • Neoprenanzug: ca. 100–300€

Insgesamt also irgendwo um 2.000–3.500€ für ein komplettes Set. Deshalb fangen viele Leute im Verleih an und kaufen sich eigenes Material erst, wenn sie genau wissen, was sie wollen. Wenn du dein Material zwischen zwei Trips bei uns lagern willst, schau dir auch unser Materiallager an.

Zusammenfassung

Für den Kurs brauchst du nichts – wir haben alles. Sobald du selbstständig fährst, ist der Verleih der nächste Schritt; ans Kaufen denkst du später. Lern zuerst fahren und kümmere dich dann ums Material. Es ist wie beim Skifahren: Niemand kauft Skier vor der ersten Lektion.

Hast du Fragen zum Material? Schreib uns über Kontakt – wir beraten dich gerne.

Lukáš Vogeltanz Kitepower El Gouna

Lukáš Vogeltanz

IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.

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Max. 2 Schüler pro Instruktor, Funkschulung in beide Richtungen (BB Talkin), Dokumentation der tatsächlich gezeigten IKO-Skills ohne Aufpreis und eine Wind-Garantie, mit der deine gebuchten Stunden nie verfallen. Zero to Hero ab 465€.

4,8 · 549 Bewertungen Älteste, seit 2004 8 Sprachen am Strand