Kitesurfen
Kitefoiling in El Gouna – wie du mit dem Hydrofoil anfängst
Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 6 Min. Lesezeit
So startest du mit dem Kitefoiling in El Gouna. Levitaz-Foils, Niveauanforderungen, Bedingungen in der Lagune. Für eigenständige Fahrer, die bereit für den nächsten Schritt sind.
Wenn du Kitesurfer bist und den nächsten Schritt suchst, denkst du wahrscheinlich ans Kitefoiling. Auf einem Hydrofoil über dem Wasser zu fahren ist ein völlig anderes Erlebnis als alles auf dem Twintip. Es ist leise, fließend – und macht süchtig. Aber es ist nicht für jeden, und es ist nicht leicht.
Dieser Artikel ist ein ehrlicher Guide zum Kitefoiling in El Gouna – was du wissen musst, welches Material wir verwenden und wie du am besten herangehst.
Was ist Kitefoiling
Kitefoiling bedeutet Kitesurfen auf einem Board mit Hydrofoil statt klassischem Twintip. Das Hydrofoil ist ein Flügel unter Wasser am Mast. Sobald du Geschwindigkeit aufnimmst, erzeugt der Flügel Auftrieb, und das Board hebt sich über das Wasser. Du fährst über der Oberfläche – ohne Wasserwiderstand, ohne Chop, ohne Lärm.
Es ist ein anderes Gefühl. Stell dir das Fahren auf dem Twintip vor – du spürst das Wasser unter den Füßen, Chop, Stöße. Auf dem Foil nichts davon. Du fliegst. Stille, Glätte, Geschwindigkeit mit minimalem Aufwand.
Warum es Erfahrung braucht
Sagen wir es offen: Kitefoiling ist nichts für Anfänger. Nicht, weil wir exklusiv sein wollen – sondern weil es ohne grundlegende Fähigkeiten nicht funktioniert.
Kitekontrolle muss automatisch sein
Auf dem Twintip kannst du dich gleichzeitig auf Kite und Board konzentrieren – beides machst du bewusst. Auf dem Foil brauchst du die gesamte Konzentration für die Füße – wo das Board ist, wie hoch du fliegst, wie du das Foil neigst. Den Kite musst du automatisch, unbewusst steuern.
Wenn du noch darüber nachdenkst, wohin mit dem Kite, hast du keine Kapazität für das Foil. So einfach ist das.
Erst eigenständig fahren können
Als Minimum solltest du bereits eigenständig fahren können – Höhe laufen, Transitions, Fahrt in beide Richtungen und sicherer Bodydrag. Idealerweise kannst du schon springen und hast dutzende Stunden auf dem Wasser hinter dir. Fehlt dir davon noch etwas, bring es erst mit unserem Zero-to-Hero-Grundkurs auf Stand. Ob du aufs Foil darfst, entscheidet dann, was du im Wasser zeigst – nicht wie viele Stunden du gebucht hast.
Warum so viel? Weil das Foil schnell reagiert. Eine kleine Druckänderung an den Füßen bedeutet eine große Höhenänderung. Wenn du nicht instinktiv reagieren kannst, fällst du. Und auf dem Foil zu fallen ist anders als auf dem Twintip zu fallen – das Foil ist scharf und bewegt sich unter Wasser unberechenbar.
Den kompletten Weg vom Twintip zum Fliegen findest du in unserem Guide zum Umstieg vom Kite aufs Foil.
Welches Material wir verwenden
Levitaz-Foils
Wir verwenden Hydrofoils von Levitaz – einer deutschen Marke, mit der wir seit 2015 zusammenarbeiten. Verschiedene Flügelgrößen und Mastlängen decken unterschiedliche Niveaus und Bedingungen ab:
- Größerer Flügel (Front Wing) = mehr Auftrieb, langsamer, stabiler – besser für Foil-Anfänger
- Kleinerer Flügel = schneller, agiler, weniger stabil – für Fortgeschrittene
- Kürzerer Mast = näher am Wasser, weniger Fehlertoleranz, funktioniert aber im Flachwasser
- Längerer Mast = mehr Platz über dem Wasser, sanfteres Fahren, braucht tieferes Wasser
Flysurfer-Kites
Zum Foilen fährst du meist mit einem kleineren Kite als auf dem Twintip (das Foil hat deutlich weniger Widerstand, du brauchst also weniger Kraft). Die gesamte Schulflotte umfasst 250+ Flysurfer-Kites – Indie, Stoke, ERA, Soul, Sonic und Hybrid von 3 bis 21 m²; selbstständigen Ridern bietet der Verleih Kites von 4 bis 21 m². Welche Größe du für deine Foil-Session bekommst, legen wir nach dem gemessenen Wind, deinem Können und dem fest, was gerade frei ist.
Bedingungen in El Gouna zum Foilen
Flacher Schulungsbereich – Vorteil und Herausforderung
Unsere Lagune hat einen ersten, rund 800 m langen Schulungsbereich über Sand und eine separate tiefere Foil-Zone. Die Wassertiefe verändert sich mit der Tide, deshalb wird die aktive Zone nach Wasserstand und Betrieb gewählt. Im Schulungsbereich kannst du je nach Körpergröße und tatsächlichem Wasserstand nach einem Sturz oft stehen; ein Foil mit längerem Mast (70–90 cm) braucht dagegen die passende Tiefe, sonst berührt es den Boden.
Deshalb foilst du bei uns in der separaten tieferen Zone – und zwar dann, wenn Tide, gemessene Tiefe, Wind und deine Mastlänge zusammenpassen. Wir sagen dir morgens, ob dein 90er-Mast an dem Tag Sinn ergibt oder ob du besser den kurzen nimmst.
Glattes Wasser
Die Lagune ist geschützt, das Wasser deutlich ruhiger als am offenen Meer – ideal, um die ersten Flüge zu üben, weil dich kein Chop vom Foil wirft. Glasglatt ist es trotzdem nicht immer: Bei mehr Wind läuft auch hier eine kurze Welle. Für die ersten Versuche suchen wir dir deshalb das Zeitfenster mit dem ruhigsten Wasser.
Wind
Kitefoiling funktioniert bei leichterem Wind als Twintip. Dank des minimalen Widerstands reichen ein kleinerer Kite und schwächerer Wind. Das erweitert dein Windfenster – an Tagen, an denen du auf dem Twintip am Strand sitzen würdest, fährst du auf dem Foil.
Wie du bei uns mit Kitefoiling anfängst
Open Hours
Die häufigste Form: Du sagst uns, dass du Foilen ausprobieren möchtest. Wir schauen uns deine Zertifizierung an, reden kurz mit dir und lassen dich notfalls eine Runde auf dem Twintip fahren. Passt das – und passen Tiefe und Bedingungen –, machen wir dir das Foil fertig. Der Open-Hours-Verleih kostet ab 60€/Stunde für Kite-Material, Foil-Sessions je nach Format.
Individuelles Coaching
Beim Coaching mit Instruktor steht jemand daneben, der sieht, warum du gerade abgeworfen wirst – zu viel Druck auf dem Hinterfuß, Kite zu hoch, Mast zu lang für die Tiefe. Das spart dir eine Menge Frust. Wie schnell dein erster sauberer Flug kommt, kann dir trotzdem niemand vorhersagen.
Eigenes Material
Hast du ein eigenes Foil? Dann brauchst du einen Kitepass für die Strandnutzung – der gilt für selbstständige Rider mit eigenem Material und enthält kein Mietmaterial. Lagerung gibt es dazu, wenn du dein Zeug hierlassen willst. Fahren kannst du innerhalb der Öffnungszeiten, solange Tiefe und Zonenregeln zu deinem Setup passen.
Typischer Lernverlauf
Erste Phase: Kennenlernen
Erste Versuche auf dem Foil. Board auf dem Wasser, du versuchst, dich über die Oberfläche zu heben. Du wirst fallen – viel. Das ist normal. Das Foil reagiert anders als der Twintip, und dein Gehirn lernt das erst.
Entscheidend: Denk nicht über den Kite nach. Wenn du über den Kite nachdenkst, hast du keine Kapazität fürs Foil. Der Kite muss auf Autopilot laufen.
Nächste Phase: Erste kontrollierte Flüge
Wenn Kontrolle, Tiefe und Bedingungen passen, beginnst du, dich zu heben und den ersten kontrollierten Flug aufzubauen. Die Dauer dieser Phase ist individuell. Du lernst, die Höhe zu kontrollieren – Vorderfuß drückt das Board runter, Hinterfuß hebt es. Es ist wie Seilbalancieren: ständige kleine Korrekturen.
Spätere Phase: Konsistenteres Fahren
Irgendwann werden die Flüge länger und du fällst nicht mehr bei jeder Böe. Dann geht es an Wenden, Höhelaufen und saubere Bewegungen. Wann das kommt, ist bei jedem anders – manche fliegen nach zwei Sessions, andere nach zehn.
Für wen es geeignet ist und für wen nicht
Ideal für:
- Erfahrene Kitesurfer (eigenständige Fahrer mit dutzenden Stunden auf dem Wasser)
- Leute, die eine neue Herausforderung suchen
- Kitesurfer, die auch bei leichterem Wind fahren wollen
- Alle, die ein leises, fließendes Erlebnis auf dem Wasser suchen
Nicht geeignet für:
- Kitesurfing-Anfänger
- Leute, die noch keine automatische Kitekontrolle haben
- Alle, die nicht viel fallen wollen (Foilen lernen = viel fallen)
Sicherheit
Das Foil hat scharfe Kanten und bewegt sich unter Wasser schnell. Sicherheitsregeln:
- Helm – empfehlen wir immer auf dem Foil
- Impact-Weste – schützt beim Sturz
- Ausreichender Abstand zu anderen Fahrern
- Rescue – solange wir geöffnet haben, ist Hilfe am Spot; eine feste Reaktionszeit versprechen wir dabei nicht
- Anweisungen vom Team – wo du fahren darfst, wo nicht, wie du dir die Lagune mit anderen teilst
Wir nehmen die Sicherheit beim Foilen ernst. Das Foil kann gefährlich sein, wenn du es nicht respektierst.
Fazit
Kitefoiling ist der Schritt, der sich lohnt – wenn du das Niveau dafür mitbringst. Leiser, fließender, und es geht bei Wind, bei dem der Twintip zu Hause bleibt. In El Gouna hast du dafür eine eigene tiefere Foil-Zone; wann und wo du dort rausgehst, hängt an Wasserstand, Wind und deiner Mastlänge.
Möchtest du es ausprobieren? Melde dich bei uns oder schau direkt im Verleih vorbei. Wir sagen dir ehrlich, ob du bereit bist, wählen das passende Material aus und schicken dich aufs Wasser.
IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.
Weiterlesen
Mehr zum Thema Kitesurfen
Kitesurfen in Ägypten vs. Europa – warum ans Rote Meer fahren
Ägypten oder Europa? Ein evidenzbasierter Vergleichsrahmen für Wind, Wasser, Unterricht, Anreise, Preis und Saison – ohne pauschale Spot-Rankings.
Lesen →
Deutschsprachiger Kite-Instruktor in El Gouna – rechtzeitig buchen
Deutschsprachige Instruktoren in El Gouna sind begrenzt verfügbar. Frage frühzeitig an; Sprache, Termin und Instruktor gelten erst mit der Buchungsbestätigung.
Lesen →
Kitesurfen und Wingfoilen als Weihnachtsgeschenk – warum das funktioniert
Verschenke zu Weihnachten Kitesurfen oder Wingfoilen in El Gouna. Erlebnis statt Pullover, Gutschein ab 100€, flexibler Termin. Für Paare, Familien und Einzelpersonen.
Lesen →Bereit fürs Wasser?
Buche deinen Kurs auf der Lagune, über die wir schreiben.
Max. 2 Schüler pro Instruktor, Funkschulung in beide Richtungen (BB Talkin), Dokumentation der tatsächlich gezeigten IKO-Skills ohne Aufpreis und eine Wind-Garantie, mit der deine gebuchten Stunden nie verfallen. Zero to Hero ab 465€.
★ 4,8 · 549 Bewertungen Älteste, seit 2004 8 Sprachen am Strand