Kitesurfen
Ist der Sommer zu heiß zum Kitesurfen in El Gouna?
Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 5 Min. Lesezeit
35–40 °C in El Gouna im Sommer – kannst du trotzdem kiten? Ehrlich: ja, mit ein paar Anpassungen. Morgen- und Abend-Sessions, Wingfoilen als Alternative, weniger Trubel.
Kurze Antwort: nein, aber du solltest wissen, worauf du dich einlässt. Die lange Antwort ist dieser Artikel.
Der Sommer in El Gouna ist heiß. Das ist keine Überraschung – wir sind in Ägypten, am Rand der Wüste. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „heiß in der Stadt“ und „heiß am Kite-Spot am Meer“. Und dieser Unterschied ist entscheidend.
Wie heiß es wirklich wird
Kommen wir zu den Zahlen, ohne Beschönigung:
- Luft: 35 °C normal, im Juli kann es 40 °C und mehr werden – besonders in der Stadt ohne Wind
- Wasser: 27–29 °C – warm, angenehm, kein Neoprenanzug nötig
- Wind: Wenn er weht, ist es auf dem Wasser angenehm. Wind kühlt. Wenn nicht, wird es heiß
Der Schlüssel ist: Am Strand am Meer, wo der Wind weht, ist es gut auszuhalten. In der Stadt ohne Wind ist es wirklich heiß. Wenn du den Tag am Spot verbringst – auf dem Wasser, im Schatten des Beachclubs, mit Wind im Gesicht – ist das ein völlig anderes Erlebnis als ein Spaziergang durch die Stadt um zwei Uhr nachmittags.
Wann du fährst
Im Sommer passt sich der Tagesrhythmus dem Wetter an. Niemand geht bei 40 °C und Windstille mittags aufs Wasser. So funktioniert es:
Morgen-Session (7:00–11:00 Uhr)
Der beste Teil des Tages. Temperatur noch erträglich (28–32 °C), Wind meist stabil, am Spot ist Ruhe. Die meisten erfahrenen Kitesurfer fahren morgens.
Mittagspause (11:00–16:00 Uhr)
Erholung. Mittagessen im Beachclub am Spot – Schatten, kalte Getränke, WLAN. Oder klimatisiertes Coworking mit Meerblick. Einfach die schlimmste Hitze abwarten.
Abend-Session (16:00 Uhr bis Sonnenuntergang)
Temperatur sinkt, Wind frischt oft auf. Zweite Chance zum Fahren. Sonnenuntergang über dem Wasser gibt’s obendrauf.
Das ist kein Kompromiss – das ist ein kluger Ansatz. Auch im Oktober, mitten in der Peak-Saison, fahren viele Leute morgens und abends. Im Sommer ist es nur ausgeprägter.
Vorteile des Sommers – ja, die gibt es
Jetzt kommt der Teil, den du vielleicht nicht erwartest: Der Sommer hat echte Vorteile.
Weniger Trubel
Juli ist unser ruhigster Monat. Deutlich weniger Leute am Spot, auf dem Wasser, im Beachclub. Wenn du keine Massen magst und die Lagune fast für dich allein haben willst – der Sommer ist deine Zeit.
Günstigere Unterkünfte
Hotels und Apartments in El Gouna sind im Sommer deutlich günstiger. Dasselbe gilt für Flüge. Wenn du flexibel bist, sparst du bei Unterkunft und Anreise so viel, dass es ein paar Tage schwächeren Wind locker ausgleicht.
Warmes Wasser ohne Neoprenanzug
Bei 27–29 °C fährst du in Boardshorts oder Rashguard. Kein Kampf mit dem Neoprenanzug, kein Überhitzen am Strand, während du auf Wind wartest. Einfach aufs Wasser und losfahren.
Mehr Zeit mit den Lehrern
In der Peak-Saison sind unsere Instruktoren ausgebucht. Im Sommer haben sie Luft – du kannst deine Zeiten flexibel legen und bekommst mehr Feedback pro Stunde. Bei uns stehen ohnehin maximal zwei Schüler bei einem Instruktor; im Sommer fühlt sich das oft wie Einzelunterricht an.
Was, wenn der Wind nicht für den Kite reicht?
Ehrlich – das passiert. Manche Sommertage bringen einfach nicht genug Wind für komfortables Kitesurfen. Was dann?
Wingfoilen
Wingfoilen funktioniert schon ab 10–12 Knoten – deutlich weniger, als ein Kite braucht. Bei leichtem Sommerwind, wenn der Kite am Strand liegen bleibt, fährt der Wing. Das ist die ideale Sommerergänzung. Und wenn du bereits Kitesurfer bist, lernst du Wingfoilen schneller – du verstehst Wind und Board schon. Wenn du beides abwägst, hilft dir unser Vergleich Kitesurfen vs. Wingfoilen.
Kitefoilen mit Hydrofoil
Mit Hydrofoil am Kite fährst du bei leichterem Wind als auf dem Twintip. Das Foil reduziert den Widerstand, sodass du auch mit einem kleineren Kite Fahrt aufnimmst. Wenn du die Erfahrung mitbringst, erweitert Foilen dein Windfenster nach unten.
Ein windstiller Tag
Manchmal weht einfach gar nichts. Und das ist völlig in Ordnung. Es gibt den Beachclub mit Schatten und kalten Getränken, du kannst in der Lagune schwimmen, schnorcheln gehen oder einfach entspannen. El Gouna als Resort bietet genug Aktivitäten, auch ohne Wind.
Für wen der Sommer in El Gouna ideal ist
Seien wir konkret:
Ideal für:
- Wingfoiler und alle, die Wingfoilen ausprobieren möchten
- Leute, die keine Massen mögen
- Digitale Nomaden (Coworking + Sport + günstige Unterkunft)
- Familien – warmes, flaches Wasser im Schulungsbereich und ein Spielplatz gleich daneben. Der Spielplatz ist allerdings keine Kinderbetreuung: Ein Erwachsener muss bei den Kids bleiben.
- Kitefoiler (funktionieren bei leichterem Wind)
- Alle, die flexibel sind und sparen möchten
Weniger ideal für:
- Leute, die Hitze schlecht vertragen
- Alle, die an jedem gebuchten Tag starken Kite-Wind brauchen – das kann dir keine Saison versprechen, im Frühsommer am wenigsten
Praktische Tipps für den Sommer
- Trinken – viel Wasser, den ganzen Tag über. Am Spot gibt’s kalte Getränke.
- Sonnencreme – LSF 50+, regelmäßig nachcremen. Die Sonne in Ägypten ist stark.
- Leichte Kleidung – ein langärmeliges UV-Shirt auf dem Wasser schützt besser als Creme.
- Früh aufstehen – die besten Bedingungen sind am frühen Morgen.
- Klimaanlage – bei der Unterkunftswahl darauf achten, dass eine Klimaanlage vorhanden ist.
Was die Zahlen sagen
Wir messen den Wind selbst mit unserer eigenen Wetterstation, und das Muster ist eindeutig: Wind weht in El Gouna das ganze Jahr, aber die Intensität ändert sich. Der Frühsommer (Juni bis in den Juli) ist statistisch die schwächere Periode. Ab Mitte August legt der Wind deutlich zu, und August bis Oktober ist der absolute Peak. Die komplette Monat-für-Monat-Übersicht auf Basis jahrelanger eigener Stationsdaten findest du in unserem Guide zur besten Zeit zum Kiten in El Gouna.
Wenn du also Ende August kommst, hast du noch Sommerpreise bei der Unterkunft, aber der Wind ist schon stark. Das ist vielleicht der beste Kompromiss.
Fazit
Ist der Sommer zu heiß? Nein, wenn du weißt, was dich erwartet. Heiß ist es – ja. Ist das ein Grund, nicht zu fahren? Für die meisten nein.
Pass deinen Tagesrhythmus an, nimm Wingfoilen mit ins Repertoire, genieße den ruhigen Spot mit wenig Trubel und warmes Wasser. Und wenn du den besten Kompromiss willst – komm Ende August: Der Wind kehrt zurück, die Preise sind noch sommerlich, und der Spot füllt sich erst.
Hast du Fragen zu den Sommerbedingungen? Schreib uns – wir antworten ehrlich.
IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.
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