Kitesurfen
El Gouna Wind Monat für Monat: Was 4 Jahre Stationsdaten zeigen
Von Lukáš Vogeltanz · unterrichtet bei Kitepower El Gouna 9 Min. Lesezeit
Wann du in El Gouna kitesurfen solltest, Monat für Monat – Luft- und Wassertemperatur, Wind und Neopren, von einer Schule seit 2004 und am heutigen Spot seit 2016.
Eine der häufigsten Fragen, die wir bekommen: „Wann ist die beste Zeit, um zum Kitesurfen nach El Gouna zu fahren?“ Die Antwort hängt davon ab, was du suchst. Wenn du maximalen Wind und warmes Wasser willst, ist das ein anderer Termin, als wenn du Ruhe, günstigere Preise und persönliche Betreuung suchst.
Dieser Guide verbindet die Schulgeschichte seit 2004 mit der Erfahrung am heutigen nördlichen Spot seit 2016. Die Windzahlen stammen von unserer eigenen Wetterstation und zeigen dir, was ein Monat historisch gebracht hat. Was in deiner Urlaubswoche passiert, kann dir niemand garantieren – wir auch nicht.
Wie du diesen Guide liest
Bei jedem Monat findest du:
- Lufttemperatur – durchschnittliche Tagestemperatur
- Wassertemperatur – Durchschnitt
- Neopren – was du anziehen solltest
- Historischer Anteil fahrbarer Tage – nach der Definition aus unserem Datensatz, also ein Rückblick, keine Prognose
- Besucherzahlen – wie voll der Spot ist
- Persönliche Empfehlung – für wen der Monat am besten geeignet ist
Wenn du die datenbasierte Version mit unseren Stationsstatistiken willst, schau in unseren großen Guide zur besten Zeit zum Kiten in El Gouna.
Januar
Luft: 21 °C | Wasser: 21 °C | Neopren: langer Neoprenanzug
Januar ist ein ruhiger Monat. Nach dem Weihnachts- und Silvester-Ansturm leert sich der Spot, und du hast die Lagune fast für dich allein. Wind weht, aber nicht jeden Tag – rechne mit etwa 5 Windtagen von 7. Manche Tage sind schwächer und eignen sich eher zum Wingfoilen oder zum Entspannen.
Temperaturen um 21 °C sind für Europäer im Winter Luxus. Zu Hause ist es unter null, hier trägst du Shorts beim Mittagessen und einen Neoprenanzug auf dem Wasser. Ein langer Neoprenanzug ist Pflicht – morgens und bei Wind ist es spürbar kühler.
Für wen: Alle, die lieber Ruhe am Spot haben als Trubel – und die es verkraften, dass mal ein Tag ohne Wind dazwischenliegt. Für Anfänger ist der Januar machbar, aber nicht automatisch der beste Monat. Und die Unterkunftspreise schaust du dir am besten für deine konkreten Daten an, statt sie aus einem alten Artikel abzuleiten.
Februar
Luft: 23 °C | Wasser: 20 °C | Neopren: langer Neoprenanzug
Februar ähnelt dem Januar, aber die Temperaturen steigen langsam. Das Wasser ist paradoxerweise um ein Grad kälter – das Meer kühlt sich mit leichter Verzögerung zur Luft ab. Ein langer Neoprenanzug ist nach wie vor Standard.
Am Spot ist deutlich weniger los als im Frühling oder Herbst – das sehen wir jedes Jahr in unseren Betriebsdaten. Windmäßig liegt der Februar historisch etwa auf Januar-Niveau.
Für wen: Alle, die die Lagune am liebsten leer haben. Ein Hinweis zur Planung: „Low Season“ heißt bei Hotels nicht automatisch günstiger – vergleiche Preise und Auslastung für deine konkreten Daten.
März
Luft: 25 °C | Wasser: 21 °C | Neopren: Shorty oder kurzer Neoprenanzug
März ist ein Übergangsmonat. Die einen fahren schon im Shorty, die anderen ziehen morgens noch den langen Neoprenanzug an – das ist wirklich Typsache und hängt davon ab, was Luft und Wasser an dem Tag machen.
Es ist der erste Monat, in dem mehr Leute zum Spot kommen. Ostern (wenn es auf März fällt) bringt die erste größere Gästewelle. Die Lagune füllt sich, aber bei weitem nicht so wie im Mai oder Oktober.
Für wen: Alle, die es spürbar wärmer wollen, ohne mitten im Gedränge der Hochsaison zu stehen. Welche Kurstermine an deinen Tagen wirklich frei sind, bestätigen wir dir bei der Anfrage.
April
Luft: 28 °C | Wasser: 22 °C | Neopren: Boardshorts / Lycra
April ist der erste wirklich warme Monat. Den Neopren legst du ab und fährst in Shorts oder Lycra. Das Wasser hat 22 °C – angenehm ohne Neopren, wenn du keine Frostbeule bist.
Ostern (wenn es auf April fällt) ist der erste Peak der Saison. Der Spot ist voller, Kurse füllen sich im Voraus. Wenn du im April fahren möchtest, buch rechtzeitig – besonders wenn du einen Anfängerkurs planst.
Typisch für diese Zeit ist ein thermischer Tagesgang: vormittags zieht der Wind an, nachmittags steht er. Verlass dich aber nicht blind darauf – wann er einsetzt und wie kräftig er wird, schwankt von Tag zu Tag. Ein Blick auf die Live-Messung schlägt jede Faustregel.
Für wen: Familien während der Osterferien, Kitesurfer, die Wärme und guten Wind wollen. Beginn der Hauptsaison.
Mai
Luft: 32 °C | Wasser: 24 °C | Neopren: Boardshorts
Mai ist heiß und windig. Die Temperaturen übersteigen 30 °C, das Wasser hat angenehme 24 °C. Auf dem Wasser ist es großartig – warm, windig, lange Tage.
In unseren Buchungsdaten gehört der Mai zu den beliebtesten Monaten überhaupt. Wenn du Kurse und Unterkunft nicht früh festmachst, wird es eng.
Für wen: Alle, die eines der statistisch stärkeren Windfenster mit tropischen Temperaturen kombinieren wollen. Wenn du keinen vollen Spot magst: erste Maihälfte, da ist es noch etwas ruhiger.
Juni
Luft: 34 °C | Wasser: 26 °C | Neopren: Boardshorts
Der Juni wird richtig heiß. Unsere Stationsdaten zeigen für diesen Monat einen der höchsten Anteile fahrbarer Tage – was für einen einzelnen Tag in deinem Kalender natürlich nichts beweist. Fest einplanen solltest du dagegen Schattenpausen, Sonnencreme und deutlich mehr Wasser, als du zu Hause trinkst.
Im Vergleich zum Mai beruhigt sich der Spot etwas – das Schuljahr in Europa ist noch nicht vorbei, also sind weniger Familien da. Es sind immer noch genug Leute hier, aber es ist nicht mehr der absolute Höhepunkt.
Für wen: Kitesurfer, die kein Problem mit Hitze haben. Auf dem Wasser ist es super, aber Mittagspausen verbringst du im Schatten mit Limonade. Wenn du an 25 °C als Maximum gewöhnt bist, bereite dich auf eine Umstellung vor.
Juli
Luft: 35 °C | Wasser: 28 °C | Neopren: Boardshorts (wenn überhaupt)
Juli ist extrem. Die Temperaturen reichen bis 40 °C, und der Wind kann für einige Tage komplett aufhören. Wir werden nicht lügen – Juli ist der unvorhersehbarste Monat. Manche Jahre weht es den ganzen Monat großartig, andere Male legt sich der Wind für eine Woche.
Dafür sind wenig Leute hier. Wer mit dem Risiko leichterer Windphasen leben kann und Hitze verträgt, bekommt einen ruhigen Spot und eine entspanntere Unterkunftssuche.
Für wen: Abenteurer mit kleinerem Budget, die ein paar schwache Tage einkalkulieren. Wingfoilen rettet dir manche dieser Tage, weil es schon bei weniger Wind funktioniert – ein Ersatz für Wind ist aber auch das nicht.
August
Luft: 35 °C | Wasser: 29 °C | Neopren: Boardshorts
Im August liegen Hitze und Wind innerhalb desselben Monats weit auseinander. In den Daten sieht man durchaus Unterschiede zwischen erster und zweiter Monatshälfte – ein festes Datum, ab dem es umschlägt, gibt es aber nicht.
Die späteren Augustwochen waren in unserem Datensatz oft stark. Gleichzeitig sind Wassertemperatur und Auslastung auf vollem Sommerniveau, das heißt für dich: früh buchen und dich auf echte Hitze einstellen.
Für wen: Alle, die das Spätsommerfenster mitnehmen wollen und mit 35 °C an Land klarkommen.
September
Luft: 33 °C | Wasser: 28 °C | Neopren: Boardshorts
September zählt in unseren vierjährigen Stationsdaten zu den Monaten mit dem höchsten Anteil fahrbarer Tage. Die Temperaturen sind noch hoch, aber nicht mehr so extrem wie im Hochsommer. Das Wasser ist warm, die Tage sind lang.
Entsprechend voll ist der Kalender. Fortgeschrittene kommen genau wegen dieses Fensters – und wenn viele gute Rider gleichzeitig draußen sind, teilen wir die aktiven Zonen morgens neu ein.
Wenn du fortgeschritten bist und den stärksten Wind suchst, stehen September und Oktober ganz oben auf deiner Liste. Was gerade tatsächlich läuft, siehst du live auf der Spot-Seite mit Vorhersage und Webcam.
Für wen: Fortgeschrittene, die maximalen Wind wollen. Anfänger sind im flachen Schulungsbereich trotzdem gut aufgehoben – nur ist an solchen Tagen eben mehr Betrieb auf dem Wasser.
Oktober
Luft: 30 °C | Wasser: 27 °C | Neopren: Boardshorts
Der Oktober kommt in unseren vier Jahren Stationsdaten auf einen hohen Anteil fahrbarer Tage – den Spitzenplatz holt er sich allerdings nicht. Sein Argument ist ein anderes: Luft und Wasser sind angenehmer als im Hochsommer, du bratest also zwischen den Sessions nicht am Strand.
Der Spot ist voll, es ist der Herbst-Peak. Unser Team hat im Oktober bis zu 25 Instruktoren – das zeigt, wie viele Leute in dieser Zeit hierherkommen. Buch rechtzeitig, besonders Kurse und Unterkünfte.
Für wen: Fortgeschrittene, die eines der stärkeren Windfenster mitnehmen wollen – und Anfänger, die den Trubel nicht scheuen. Boardshorts reichen meistens; wer schnell friert, packt einen Shorty ein.
November
Luft: 26 °C | Wasser: 24 °C | Neopren: Shorty
November ist der Übergang zur Wintersaison. Die Temperaturen sinken, aber es sind immer noch über 25 °C – in Europa trägst du zu dieser Zeit längst eine Jacke. Der Wind ist gut, wenn auch nicht mehr so beständig wie im September und Oktober.
Ein kurzer Neoprenanzug empfiehlt sich besonders morgens und abends. Tagsüber reicht oft Lycra. Der Spot beruhigt sich, es sind weniger Leute hier.
Für wen: Ein großartiger Monat für alle, die noch guten Wind und warmes Wasser mitnehmen, aber dem Herbst-Peak ausweichen möchten. Preislich und kapazitätsmäßig angenehmer als Oktober.
Dezember
Luft: 22 °C | Wasser: 22 °C | Neopren: langer Neoprenanzug (Übergangszeit)
Dezember ist ein interessanter Monat. Die erste Hälfte ist ruhig – die Temperaturen sinken, der Spot leert sich. Aber um Weihnachten und Silvester kommt eine Welle von Leuten, die die Feiertage am Meer verbringen wollen. Die Atmosphäre ist großartig.
Windmäßig fällt der Dezember in unseren Daten etwas anders aus als der Januar – was für eine einzelne Weihnachtswoche allerdings wenig aussagt.
Für wen: Alle, die Weihnachten oder Silvester lieber am Meer verbringen als im Regen. Über die Feiertage laufen Buchung und Betrieb anders als sonst, frag also früh für deine Termine an.
Gesamtübersicht – wann fahren?
Historisch stärkere Planungsfenster
Mitte März bis Mitte Juli und Mitte August bis Ende November sind in unserem Datensatz die Fenster, in denen Wind und Temperatur am besten zusammenpassen. Das sind historische Muster – ein bestimmter Tag in deinem Urlaub ist damit noch nicht gebucht.
Höhere historische Windanteile
Juni, August, September und Oktober liegen im Datensatz bei den höchsten Anteilen fahrbarer Tage. Wie genau ein „fahrbarer Tag“ definiert ist und welche Prozentwerte dahinterstehen, findest du im großen Windguide.
Beste Bedingungen für Anfänger
Ganzjährig, mit täglicher Prüfung der Bedingungen. Die ersten rund 800 m bilden einen knie- bis hüfttiefen Schulungsbereich über Sand; danach folgen eine Zone für selbstständige Rider und die separate tiefere Foil-Zone. Die Wassertiefe verändert sich mit Tide und Bedingungen, deshalb wählt das Team den passenden Bereich. In der Low Season (Dezember–Februar) ist der Spot meist ruhiger.
Mit über 250 Kites von 3 bis 21 m² findet das Team fast immer die Größe, die zu deinem Gewicht, deinem Level und dem gemessenen Wind passt – ob ein bestimmtes Modell gerade frei ist, hängt trotzdem vom Tag ab, und ungeeignete Bedingungen macht auch die größte Flotte nicht fahrbar. Unser Grundkurs umfasst 8 Stunden, typischerweise verteilt auf 3–5 Tage. Eingetragen wird am Ende das, was du tatsächlich auf dem Wasser gezeigt hast: Die absolvierten Stunden allein machen dich noch nicht zum Independent Rider.
Vorteile der Low Season
Wir möchten nicht, dass du die Low Season als „schlechtere“ Zeit wahrnimmst. Sie hat ihre Vorteile:
- Weniger Betrieb auf dem Wasser – wie viel Platz du wirklich hast, entscheiden am Ende Wind, Wasserstand und Verkehr des Tages
- Mehr Auswahl bei den Terminen – dein Wunschinstruktor zur Wunschzeit hängt weiter von der Buchungslage ab
- Oft andere Unterkunftspreise – vergleiche die Gesamtpreise für deine konkreten Daten
- Ruhigere Atmosphäre – mehr Zeit für Gespräche am Strand statt Schlange vor dem Container
Wind und Vorhersage
Möchtest du dich nicht nur auf Statistiken verlassen? Den aktuellen Wind und die Webcam findest du auf unserer Spot-Seite. Windguru zeigt die Vorhersage für 7 Tage im Voraus – wenn du flexibel bist, kannst du den Termin an die aktuellen Bedingungen anpassen.
Fazit
Kitepower arbeitet ganzjährig. Die vierjährigen Stationsdaten zeigen klare saisonale Muster – für einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Woche kann sie trotzdem niemand garantieren. Nimm sie also als Grundlage und schau kurz vor der Reise noch einmal auf Vorhersage und Messwerte am Spot.
Als Anfänger planst du flexibel und richtest dich nach Wind und Wasserstand. Fortgeschrittene, die den stärksten Wind suchen, landen meistens im September oder Oktober.
Und wenn du dir immer noch nicht sicher bist, schreib uns. Wir beraten dich mit einem maßgeschneiderten Termin – basierend auf deinen Vorlieben, deinem Budget und deinem Level.
IKO Head Instructor & Co-Owner von Kitepower El Gouna — Schulgeschichte seit 2004, heutiger nördlicher Spot seit 2016, seit 2023 von Lukáš und Andrea mitgeführt.
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★ 4,8 · 549 Bewertungen Älteste, seit 2004 8 Sprachen am Strand